
Marianne wollte eigentlich Krankenschwester werden, musste sich aus gesundheitlichen Gründen aber anderweitig orientieren.
Zwar hatten auch 1500 andere die Idee sich wie sie auf einen von 60 Ausbildungsplätze in einer großen Bank zu bewerben – aber mit Ihrer forschen Art gelang es ihr einen davon zu ergattern.
Das Thema Bank hat sie inzwischen hinter sich gelassen und konzentriert sich eher auf Stühle, denn sie betreibt das Apolonia Hus in der Plönjeshauser Mühle:
Bei ihr kann man von März bis Oktober Kaffee und selbst gebackenen Kuchen genießen.
Sitzen kann man dabei auf einer Brücke über einem Seitenarm der Bever, in der ehemaligen Mühlenscheune oder vor der Scheune, wo ihre leicht rebellischen Hühner furchtlos den Verkehr aufhalten.
Und während Kuchen und Torten vielerorts mit Zusatzstoffen versehen werden, damit sie auch am 2. oder 3. Tag noch schön aussehen, backt sie „nur mit Zutaten, die da wirklich reingehören“.
Alles andere wäre auch zwecklos, denn weil das Café nur sonntags geöffnet ist und sie dafür selber backt, gibt es schon aus Prinzip nur frische Kuchen und Torten.
Darüber hinaus stellt sie das Apolonia Hus für Gruppen ab 12 Personen zur Verfügung und bekocht Ihre Gäste mit allem, was die sich wünschen.
Ihre Vorbilder sind dabei ihre Urgroßmütter Laura und Gertrud, die als Spitzenköchinnen ihrer Zeit und ihrer Gegend (Rostock und Danzig) von den „Herrschaften“ zu besonderen Anlässen angefordert wurden – also immer dann wenn man so richtig glänzen wollte.
Marianne sagt, dass die völlige Wahlfreiheit die Leute manchmal überfordert, aber wenn man weiß, dass sie Schwiegertochter und Enkelkind in China hat, dann kann man sich schonmal trauen, sich etwas Ausgefallenes zu wünschen.